Ursula Roth-Kleiner

Singen für den Frieden

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Ein Gruppe mit Teilnehmenden aus dem Projektchor SMW reist nach Palästina für ein gemeinsames Projekt mit dem Jugendorchester der Musikakademie Bir Seit
Ursula Roth-Kleiner,
Eine klingende Reise nach Palästina
Nach Palästina fahren? In einem Singprojekt mitsingen und mit dem Programm im „heiligen Land“ auftreten, begleitet vom Jugendorchester der Musikakademie in Beit Sahour? Vor eineinhalb Jahren kam die Anfrage und heute liegt das Abenteuer bereits hinter uns. 50 Sängerinnen und Sänger aus den Chören SMW Frick (Projektchor der reformierten Kirche Frick) und dem Singkreis Wohlen (Chor der reformierten Kirche Wohlen bei Bern) hatten sich entschlossen, gemeinsam auf diese eindrückliche Reise zu gehen. So stand ich dann am 30. Dezember mit leichtem Kribbeln im Bauch mit meinen Mitreisenden auf dem Flughafen Zürich. Auf der Busreise von Tel Aviv nach Beit Jala dann der erste prägende Eindruck: An der Grenze Israel/Palästina empfing uns die Mauer, 3 Meter hoch, durch Wachtürme unterbrochen, Eisenzäune mit Spitzen bewehrt, ausgerollter Stacheldraht… Assoziationen zur Berliner Mauer, zu Ghettos machten sich in meinem Kopf breit. Am Stadteingang eine riesige Tafel, die darauf aufmerksam macht, dass wir palästinensisches Gebiet betreten und dies lebensgefährlich sei. Wir fühlten uns jedoch nie bedroht, im Gegenteil, die Leute entpuppten sich als sehr gastfreundlich, warmherzig und trotz der schwierigen ökonomischen und politischen Lage lebensfreudig. Am nächsten Tag probten wir bereits, noch ohne das Jugendorchester zwar, aber die Vorfreude aufs Unternehmen war gross. Die anschliessenden gemeinsamen Proben zeigten sofort, dass die Musik sich qualitativ gut entwickelte und wir zuversichtlich auf die Konzerte, eines in Jerusalem, eines in Bethlehem und eines in Ramalla (der Hauptstadt) blicken konnten. Chor und Orchester wurden unter der Leitung von Dieter Wagner schnell eine Einheit. So dürfen wir nun auf drei erfüllte Konzerte zurückblicken, mit einem begeisterten palästinensischen Publikum, vom Baby bis zum Minister und dem Schweizer Botschafter. Was wir nach Hause genommen haben? Viele Eindrücke, viel Wissen über ein Gebiet, von dem man bei uns immer hört, wenn gerade eine Rakete abgefeuert wurde, Freundschaften und Begegnungen mit sehr offenen Menschen, Menschen, die trotz allen Steinen, die ihnen die israelische Regierung in den Weg legt, am Frieden arbeiten und sich weigern, Steine zu werfen!
Krönender Abschluss waren nun übers vergangene Wochenende sicher die drei Konzerte in der Schweiz: eines in Wohlen bei Bern, eines in Genf und am Sonntag eines in Frick. Wir durften vor einem begeisterten Publikum singen und die Konzerte konnten musikalisch überzeugen. Eine Perle im Programm war sicher der Solopart von Kathrin Hottiger (Exultate, jubilate vom W.A. Mozart) Ihre engelhafte Stimme, die wundervolle Interpretation des Werkes und ihre sichtbare Singfreude waren ein grosser Genuss für alle. Die jungen palästinensischen Musiker und Musikerinnen ihrerseits überzeugten zusätzlich zur Konzertbegleitung mit einem palästinensischen Stück, vom Publikum begeistert mit Applaus belohnt.
So durften am Schluss Chor, Orchester, Solistinnen, Solist und Dirigent die sichtbare und hörbare Begeisterung des Publikums entgegennehmen, wohlverdienter Lohn für einen grossen Einsatz und die Teilnahme an einem wunderbaren Projekt: Music for Peace im wahrsten Sinne des Wortes.

Ursula Roth-Kleiner, Gipf-Oberfrick
Bereitgestellt: 24.01.2020     Besuche: 62 Monat 
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