Ref. Kirche Frick

Meeting mit Vreneli und Ueli

IMG_4690 (Foto: Manfred Baumann)

Wir BücherMänner realisierten uns am 3. Juni 2022 den längst geplanten und immer
wieder verschobenen Ausflug ins Gotthelf-Zentrum in Lützelflüh. Die Motivation dazu
holten wir uns vor wenigen Jahren mit dem Studium des Buches «Geld und Geist»
von Jeremias Gotthelf.
Manfred Baumann,
Im Gotthelf-Zentrum lernten wir eine sehr sympathische, fach- und sprachkundige
Dame kennen: Frau Verena Hofer, die Frau mit dem fehlerfreien Emmentaler-Dialekt.
Bei Kaffee und Züpfe erfuhren wir von ihr viel aus dem Leben und Wirken des Albert
Bitzius als Student, Vikar, Pfarrer, Schulförderer und auch als bisweilen unbequemer
Zeitgenosse. Er gab sich offensichtlich keine Mühe beliebt zu werden. Er stritt sich
mit Behörden des Kantons und der Gemeinden für die Förderung der Grundschulen,
setzte sich für mehr Gerechtigkeit im Zusammenleben unter den Menschen und vor
allem für ein besseres Leben der Kinder ein. Er lebte dabei sein Leben stets in der
Einheit im christlichen Glauben mit Gott und seiner Gemeinde.

Seine Augen und Ohren waren immer bei den Menschen und er beobachtete sie
sorgfältig. Sich selber hielt er nicht als guten Rhetoriker (er litt an einem Kropf) und
so begann er zu schreiben. Mit dem „Bauernspiegel“ begann er sein schriftliches
Schaffen und er stampfte damit sogleich gehörig durch sämtliche Fettnäpfchen.
Mehrere Mitglieder seiner Gemeinden glaubten sich in seinen Büchern zu erkennen
und gingen ihm danach aus dem Wege.

Frau Hofer beschrieb uns auch Gotthelfs Ehefrau, seine Kinder und die nähere
Verwandtschaft bis zu den heute noch lebenden Nachkommen. Der Name Bitzius sei
zwar fast ausgestorben, deshalb, weil meistens Mädchen geboren wurden und man
früher als Frau den eigenen Familiennamen noch nicht voranstellen durfte.
Sie beschrieb das Gemeindeleben in Lützelflüh, das Pfarrhaus als "halbes Hotel“
sowie die Diskussionen um den „neuen“ Kirchturm (die bis heute andauern).
Dann führte uns Frau Hofer durchs Haus und in jedem Zimmer und jeder Schublade
fand sie Stoff für eine ernste oder heitere Geschichte aus dem Leben der Pfarrfamilie
Bitzius.

Als Höhepunkt trafen wir sogar Vreneli und Ueli persönlich an. Sie waren beide sofort
einverstanden, mit uns zusammen für ein Gruppenbild zu posieren.
Drei Stunden dauerte diese kompetente, unterhaltsame und humorvolle Führung
durch Gotthelfs Leben sowie durch das Pfarrhaus in Lützelflüh – keinem von uns
erschien das als zu lang.

Am Abend genossen wir ein gutes Mahl an einem weiteren Gotthelf-Schauplatz:
Restaurant Bären Sumiswald, bekannt aus der Geschichte „Die Schwarze Spinne“ –
Restaurant und Speisen ausgezeichnet!

Manfred Baumann 06/22
Bereitgestellt: 29.04.2022     Besuche: 69 Monat 
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