2026
Publiziert von: Ref. Kirche Frick
Bereitgestellt: 29.01.2026
Fr. 20.02.2026, 19.30 bis 21.00 Uhr
Ref. Kirche Frick
Ref. Kirche Frick
Mit: Oksana Potapova, Violine | Lilia Tsura, Violine | Iryna Polova, Bratsche | Lyubov Holovata, Cello
Teil 1: Werke ukrainischer und anderer Komponisten
Teil 2: Berühmte Ouvertüren sowie Tangos und andere Tänze
Dazwischen kurzer Moment des Gedenkens an den Krieg
und der Bitte um Frieden (Pfr. Matthias Jäggi)
Eintritt frei, Kollekte
Vier Jahre sind es her, dass Russland die Ukraine überfallen hat. Unter den damals Geflüchteten waren auch Musikerinnen des Orchesters Lviv Virtuosos. Dank langjähriger Beziehungen zum Projektchor SMW der Reformierten Kirche Frick, fanden mehrere von ihnen Unterschlupf bei Familien in Frick und Umgebung. Seither spielen sie als Streichquartett Lviv Virtuosos zahlreiche Konzerte, begleiten Gottesdienste, treten bei weiteren Anlässen auf – und begeistern ihr Publikum.
O-Töne
Für einen Anlass vor Weihnachten hat Oksana Potapova ein kleines Porträt über sich und ihre Kolleginnen zusammengestellt:
Oksana Potapova
Als wir hier ankamen, begannen wir sofort zu proben und spielten viele Benefizkonzerte, um ukrainischen Kindern zu helfen, um Medikamente zu kaufen und um obdachlose Familien zu unterstützen.
Ich komme aus Charkiw, einer Stadt an der Grenze zu Russland. Zehn Tage nach Kriegsbeginn gelang es meiner vierjährigen Tochter, meiner Mutter, unserer Katze und mir unter grossen Schwierigkeiten, in einen überfüllten Zug zu gelangen. Wir warteten acht Stunden auf dem Bahnsteig, im nassen Schnee und im Lärm der Bomben.
Mein Vater blieb zu Hause, weil er schon 90 Jahre alt war und nicht mehr reisen konnte. Wir riefen ihn jeden Tag an, aber diesen Sommer ist er gestorben. Wir konnten ihn nicht mehr sehen oder uns verabschieden.
Meine Kollegin Lyubov kam mit ihren drei Kindern. Jetzt besuchen unsere Kinder eine Schweizer Schule und fühlen sich dort sehr wohl.
Iryna Polova
Ende 2021 haben meine Schüler und ich zahlreiche Weihnachts- und Neujahrskonzerte gegeben, es herrschte eine festliche und fröhliche Stimmung. Dann haben wir im Kreise unserer Familie das Jahr 2022 warm und gemütlich begrüsst. Dass es ein schreckliches Kriegsjahr werden würde, haben wir nicht gedacht, und wenn wir es gedacht haben, wollten wir es nicht glauben. Ende März 2022 kam ich mit meinem jüngeren Sohn und meiner Mutter nach Basel, wo meine Schwester bereits seit 13 Jahren lebte. Mein älterer Sohn und mein Mann sind in Kiew geblieben. Wir sind sehr dankbar für die Möglichkeit, unter einem friedlichen Himmel zu leben. Mein Sohn geht gerne ins Gymnasium, und ich unterrichte wie in der Ukraine weiterhin Violine und Viola und spiele in einem Streichquartett. Wir haben viele glückliche Momente in der Schweiz, aber jeden Tag wachen wir in der Hoffnung auf ein Wunder auf, das diesen schrecklichen Krieg beenden wird.
Lilia Tsura
Bevor wir in die Schweiz flohen, war unser Leben einfach und normal. Wir lebten in unserem Rhythmus, bis der Krieg diesen Rhythmus zerstörte. Jeder von uns musste plötzlich seine vertraute Welt verlassen. Wir brachen an verschiedenen Tagen auf, aber mit derselben Hoffnung im Herzen: unsere Kinder zu retten und wenigstens einen Teil unseres Lebens fortsetzen zu können.
In der Schweiz hat sich unser Alltag verändert: eine neue Sprache, neue Gesichter, neue Wege, aber auch eine neue Sicherheit. Jeder Tag ist ein kleiner Schritt vorwärts, mal voller Zuversicht, mal voller Zögern. Die Musik hilft uns durchzuhalten, fit zu bleiben und unsere Herzen offen zu halten.
Unsere Familien in der Ukraine leben unter einem anderen Himmel: Angst, beunruhigende Nachrichten, aber auch eine Stärke, die niemals schwindet.
So leben wir – zwischen zwei Ländern, zwischen zwei Rhythmen, aber mit einer Seele. Und die Musik bleibt das, was uns Sinn und Kraft gibt.
Teil 1: Werke ukrainischer und anderer Komponisten
Teil 2: Berühmte Ouvertüren sowie Tangos und andere Tänze
Dazwischen kurzer Moment des Gedenkens an den Krieg
und der Bitte um Frieden (Pfr. Matthias Jäggi)
Eintritt frei, Kollekte
Vier Jahre sind es her, dass Russland die Ukraine überfallen hat. Unter den damals Geflüchteten waren auch Musikerinnen des Orchesters Lviv Virtuosos. Dank langjähriger Beziehungen zum Projektchor SMW der Reformierten Kirche Frick, fanden mehrere von ihnen Unterschlupf bei Familien in Frick und Umgebung. Seither spielen sie als Streichquartett Lviv Virtuosos zahlreiche Konzerte, begleiten Gottesdienste, treten bei weiteren Anlässen auf – und begeistern ihr Publikum.
O-Töne
Für einen Anlass vor Weihnachten hat Oksana Potapova ein kleines Porträt über sich und ihre Kolleginnen zusammengestellt:
Oksana Potapova
Als wir hier ankamen, begannen wir sofort zu proben und spielten viele Benefizkonzerte, um ukrainischen Kindern zu helfen, um Medikamente zu kaufen und um obdachlose Familien zu unterstützen.
Ich komme aus Charkiw, einer Stadt an der Grenze zu Russland. Zehn Tage nach Kriegsbeginn gelang es meiner vierjährigen Tochter, meiner Mutter, unserer Katze und mir unter grossen Schwierigkeiten, in einen überfüllten Zug zu gelangen. Wir warteten acht Stunden auf dem Bahnsteig, im nassen Schnee und im Lärm der Bomben.
Mein Vater blieb zu Hause, weil er schon 90 Jahre alt war und nicht mehr reisen konnte. Wir riefen ihn jeden Tag an, aber diesen Sommer ist er gestorben. Wir konnten ihn nicht mehr sehen oder uns verabschieden.
Meine Kollegin Lyubov kam mit ihren drei Kindern. Jetzt besuchen unsere Kinder eine Schweizer Schule und fühlen sich dort sehr wohl.
Iryna Polova
Ende 2021 haben meine Schüler und ich zahlreiche Weihnachts- und Neujahrskonzerte gegeben, es herrschte eine festliche und fröhliche Stimmung. Dann haben wir im Kreise unserer Familie das Jahr 2022 warm und gemütlich begrüsst. Dass es ein schreckliches Kriegsjahr werden würde, haben wir nicht gedacht, und wenn wir es gedacht haben, wollten wir es nicht glauben. Ende März 2022 kam ich mit meinem jüngeren Sohn und meiner Mutter nach Basel, wo meine Schwester bereits seit 13 Jahren lebte. Mein älterer Sohn und mein Mann sind in Kiew geblieben. Wir sind sehr dankbar für die Möglichkeit, unter einem friedlichen Himmel zu leben. Mein Sohn geht gerne ins Gymnasium, und ich unterrichte wie in der Ukraine weiterhin Violine und Viola und spiele in einem Streichquartett. Wir haben viele glückliche Momente in der Schweiz, aber jeden Tag wachen wir in der Hoffnung auf ein Wunder auf, das diesen schrecklichen Krieg beenden wird.
Lilia Tsura
Bevor wir in die Schweiz flohen, war unser Leben einfach und normal. Wir lebten in unserem Rhythmus, bis der Krieg diesen Rhythmus zerstörte. Jeder von uns musste plötzlich seine vertraute Welt verlassen. Wir brachen an verschiedenen Tagen auf, aber mit derselben Hoffnung im Herzen: unsere Kinder zu retten und wenigstens einen Teil unseres Lebens fortsetzen zu können.
In der Schweiz hat sich unser Alltag verändert: eine neue Sprache, neue Gesichter, neue Wege, aber auch eine neue Sicherheit. Jeder Tag ist ein kleiner Schritt vorwärts, mal voller Zuversicht, mal voller Zögern. Die Musik hilft uns durchzuhalten, fit zu bleiben und unsere Herzen offen zu halten.
Unsere Familien in der Ukraine leben unter einem anderen Himmel: Angst, beunruhigende Nachrichten, aber auch eine Stärke, die niemals schwindet.
So leben wir – zwischen zwei Ländern, zwischen zwei Rhythmen, aber mit einer Seele. Und die Musik bleibt das, was uns Sinn und Kraft gibt.
